das Wehrmannhaus

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das Wehrmannhaus

Liebevoll saniertes Schmuckstück mit vielen Facetten

Es ist nicht das einzige Fachwerkhaus, das die hübsche Mauerstraße in der Altstadt Michelstadts im südhessischen Odenwaldkreis schmückt. Aber es ist besonders, das Wehrmannhaus. Besonders vielfältig genutzt, auf besondere Weise gehegt – und mit besonderer Atmosphäre. Errichtet wurde das unter Denkmalschutz stehende Gebäude vor weit mehr als 400 Jahren, sein Baujahr datiert auf die Zeit um 1590. Damals diente es laut Überlieferungen unter anderem als Schlafstätte für die Wehrleute des Zentgrafen Johannes Eichelbrenner. Es folgten ein Bader, ein Hammerschmied, dann Tuchmacher und ein Pflasterer.

Holzböden, Lehmwände und wohlige Wärme

Heute übernachten unter dem Spitzdach permanent der Ethnologe Dr. Andus Emge und seine Lebensgefährtin: 2015 ging das bis dato kommunale Eigentum in Emges Privatbesitz über. Mit Fachkenntnis, Leidenschaft und unter Beachtung der Denkmalvorschriften begab sich dieser an die energetische Sanierung des zuletzt in den 70er-Jahren überholten Objekts. „Viele Gefache waren noch mit Gasbeton-Steinen gefüllt und mit Glaswolle und Gipskartonplatten verkleidet“, berichtet der Haus- und Bauherr. Er beseitigte diese „Bausünden“, ließ die einst im Haus verwendete Technik mit Lehmstein und Lehmputz wieder aufleben und erweiterte sie um eine moderne Wand-Unterputzheizung. Die wiederum strahlt wohlige Wärme sowohl für die Bewohner als auch für Ferien- und Übernachtungsgäste aus. Denn im Obergeschoss schuf Emge mit einem Handwerkerteam eine charmante Ferienwohnung, originalgetreu mit anheimelnden Holzdielenböden, ausgesuchten authentischen Einrichtungsgegenständen, inklusive zwei modernen Bädern mit Holzwanne sowie Gemeinschafts-Wohnküche. Die beiden charmanten Schlafräume können auch einzeln gebucht werden. Das Erdgeschoss mit Catering-Küche und der romantische Innenhof wurden zum Kulturraum. Seit 2019 finden dort regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Basare und weitere Events statt, öffentlich wie auch privat.

Verträumte Altstadt-Kulisse

Das 2018 nach zweijähriger Sanierung fertig gestellte Wehrmannhaus – weiße Fassade, dunkelbraune Holzgefache, rote Dachschindeln und Fenstersprossen im blauen Rahmen – bildet ein reizvolles Ensemble mit seinem mit historischen Sandsteinplatten versehenen Innenhof und dem von dort aus zugänglichen, spitzen Wehrturm an der Stadtmauer, in dem im 16. Jahrhundert noch Wache geschoben wurde. Der angrenzende hölzerne Wehrgang an der Stadtmauer und der dahinter liegende Stadtgarten tragen ebenfalls ihren Anteil an dem urigen Eindruck bei. Ebenfalls sehenswert sind unter anderem die benachbarte Synagoge, das historische Rathaus und der mehr als 1000 Jahre alte Diebsturm in der pittoresken Altstadt von Michelstadt.

Wissenschaftliche Beobachtungen an der Außenwand

Übrigens ist das Wehrmannhaus seit Juli 2017 auch ein Objekt der Forschung: Mit dem Institut für Werkstoffe im Bauwesen der Technischen Universität Darmstadt erarbeitete Emge ein Kooperationsprojekt zum „hygrometrischen Langzeit-Monitoring“: In einer auf Dauer angelegten Studie sollen Temperatur und Feuchtigkeit in der Außenwand im Innen-, Mittel- und Außenbereich der Außenmauern dokumentiert werden. Dabei wird auch der Einfluss der wasserführenden Wandheizung berücksichtigt. Für die Messungen wurden eigene Sonden entwickelt. Im Anschluss werden die sekündlich aufgezeichneten Daten in Kurvendiagrammen ausgewertet.

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Lehm-Besonderheit:

Lehmstein und Lehmputz schaffen gleichmäßige Wärme im authentischen Ambiente

Dem Bauherrn war es ein Anliegen, bei der energetischen Sanierung des Wehrmannhauses die diffusionsoffene Bauweise der alten Fachwerkhaus-Technik wiederherzustellen. Zu diesem Zweck griff er auf eine Vielzahl von CLAYTEC-Produkten aus den Sortimenten Fachwerksanierung und Lehm-Trockenbau zurück. Für die Sanierung der Innenwände verwendete er mithilfe von Fachleuten Lehmstein leicht, Lehm-Mauermörtel und Lehm-Unterputz grob mit Stroh. Dieser eignet sich besonders gut als Träger für eine wasserführende Wandheizung (4 cm), die Dr. Angus Emge anbringen und an der Innenseite mit CLAYTEC Holzfaserausbauplatten (HFA maxi) isolieren ließ. Die darüber liegende Schicht bildet Lehm-Oberputz fein. Die Dämmplatten sind auf klassischem Bestands-Kalkputz aufgebracht. Das Fachwerk hinter der Heizung besteht aus Eichenholz. Die Ausfachungen sind teils mit Vollziegel, teils mit Lehmstein ausgeführt. Der breite Einsatz an Lehmprodukten schmeichelt allerdings nicht nur der authentischen Anmutung des historischen Fachwerkhauses. Zusätzlich hält das biologische Baumaterial die Raumtemperatur konstant und die Luftfeuchtigkeit durch natürlichen Austausch auf einem einheitlichen, gesunden Level. Die Wärme wird gleichmäßig über die Wände abgegeben – ein zusätzlicher Wohlfühlfaktor für Eigentümer und Feriengäste.

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