Museum Tuppenhof

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Museum Tuppenhof

Wände, die Geschichten erzählen

Der Tuppenhof im nordrhein-westfälischen Kaarst ist mehr als ein Museum. Er ist ein Original. Hier lernen Sie nicht nur etwas über die Geschichte des Hofs, Sie begegnen ihr. Die Gebäude des historischen rheinischen Vierkanthofs sind über die letzten drei Jahrhunderte an Ort und Stelle errichtet worden. Der Bauerngarten wurde von den Bewohnern angelegt und bewirtschaftet. Zudem stammen alle gezeigten Funde von dem Gelände. Alles, was nicht erhalten werden konnte, wie die Fachwerkwände, wurde originalgetreu wieder hergestellt.

Historische Bautechnik entdecken

Kennen Sie den Unterschied zwischen Mauer und Wand? Eine Mauer ist aus Steinen gemauert. Das Wort „Wand“ hingegen kommt von „winden“. Weidenruten wurden um vertikale Eichenstaken gewunden. Dieses Gerüst wurde mit Lehm ausgefüllt und verputzt.

Im historischen Fachwerkbau wurden so die Gefache der Holzkonstruktion geschlossen, wie auch im Wohn- und Torhaus sowie der Scheune des Tuppenhofs. Bei der Renovierung unter der Leitung der Architektin Inge Breidenbach wurde die Fachwerkkonstruktion mit der historischen Technik und dem Originalbaustoff Lehm wieder instand gesetzt. Im Wohnhaus ist die Bautechnik anschaulich dargestellt.

Lehm und Holz sind bauphysikalisch eine bewährte Kombination. Lehm kann Feuchtigkeit aufnehmen und abpuffern. So wird die Holzkonstruktion vor Schäden geschützt – ganz ohne Chemie.

Beim Torhaus erwies sich die Fachwerkbauweise noch aus einem andren Grund als sinnvoll. 1860 wurde es um 90 Grad gedreht, da sich Straßenführung und Eingangssituation änderten. Die Konstruktion konnte einfach ab- und wieder aufgebaut werden.

Geschichten aus drei Jahrhunderten erleben

Der Tuppenhof ist aus zwei Gründen ein besonderer Zeitzeuge. Zum einen entging er durch das Auslaufen seiner Nutzung in den 1970er und 80er-Jahren großen Umbauten. Danach breitete sich der Mantel des Vergessens über den Hof. Dieser wurde zum Glück rechtzeitig gelüftet, sodass die historische Substanz erhalten werden konnte.

Zum anderen führten die ehemaligen Besitzer über den gesamten Nutzungszeitraum des Hofs Buch und dokumentierten so dreihundert Jahre bäuerliche und regionale Geschichte. Das Archiv ist heute vollständig erhalten und erschlossen.

Bei einem Besuch tauchen Sie in den Alltag der ehemaligen Bewohner ein. Mit einer Führung durch die mit Originalmöbeln eingerichteten Räume wird die Vergangenheit durch viele Geschichten lebendig.

Kunst, Kultur und Natur begegnen

Im Tuppenhof Museum begegnen Sie nicht nur Geschichte und Geschichten. Heute ist der Hof auch Veranstaltungsort für Musik, Theater und Kleinkunst, Ausstellungsort für thematische und künstlerische Schauen sowie ein Ort der Naturbegegnung und des Genusses.

Darüber hinaus kann man sich im Tuppenhof trauen lassen. So beginnt an diesem historischen Ort immer wieder etwas Neues, Hoffnungsvolles.

Fotos ©Klaus Stevens Kaarst

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Lehm-Besonderheit:

Moderne Lehmbaustoffe kennenlernen

In den 1990er-Jahren – dem Zeitraum der Instandsetzung des Tuppenhofs – war Lehmbau fast ausschließlich eine Denkmalschutzaufgabe. Die überzeugenden Auswirkungen auf das Raumklima und die Innenraumgestaltung machten den Baustoff aber zunehmend auch für den Neubau interessant.

Hinzu kam, dass die Claytec die Produktion von Lehmbaustoffen industrialisierte und Produkte anbieten konnte, die einfach zu verarbeiten waren. Heute ergänzen beispielsweise Lehmbauplatten für den modernen Trockenbau und YOSIMA Lehm Designputz in 146 Farbtönen das Sortiment.

Beim Museum Tuppenhof nutzten die Handwerker die traditionelle Lehmbautechnik, indem das Holztragwerk mit Eichenstaken, Weidenruten und Lehm ausgefacht wurde. Ein Lehm Unterputz mit Stroh sowie ein feiner Lehmputz bilden die Wandoberfläche, die dann noch farbig gestaltet werden kann.

Details zum Objekt:

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