Kirche Saint Aignan

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Kirche Saint Aignan

Dialog zwischen Himmel und Erde

Die französische Stadt Orleans ist für Ihren gotischen Dom berühmt. Doch wenige Gehminuten entfernt, finden Sie am Ufer der Loire die Kirche Saint Aignan. Sie ist nicht nur wegen Ihrer historischen Krypta einen Besuch wert. Im Inneren der romanischen Kirche verbinden sich Erde und Himmel in Form von edel gestaltetem Altar, Rednerpult, Tabernakel und Taufbecken aus Stampflehm.

Lehm als Ursprung von Schöpfung und Gestalt

Der Legende nach soll der Namensgeber der Kirche, St. Aignan, in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts die Hunnenbelagerung mit einer Handvoll Sand beendet haben. Die Gebete des damaligen Bischofs von Orleans verwandelten den Sand in einen Wespenschwarm, der die angreifenden Truppen vertrieb.

Auch in der Bibel finden Sie viele Stelle, in denen Erde eine besondere Rolle spielt – allen voran die Schöpfungsgeschichte, in der Gott den Menschen aus einem Klumpen Lehm schuf. Darauf bezieht sich die Gestaltung der neuen Kirchenausstattung.

Nach den Entwürfen des Architekturbüros Cyril BOUCAUD fertige der Holz- und Lehmbauexperte Michael Thönnes den Altar, das Rednerpult, das Tabernakel und das Taufbecken. Alle erhielten einen Sockel aus Stampflehm.

Sakrale Gestaltung, der Erde verbunden

Die charakteristischen Schichten des Stampflehms wurden zur Gestaltung der liturgischen Ausstattungsobjekte genutzt. Unterschiedliche Farben von Dunkelgrau bis Hellbeige schaffen Lebendigkeit.

Ein feiner Schimmer hier und da verrät Ihnen, dass auch Blattgold eingearbeitet wurde. Altar, Tabernakel und Rednerpult ziert zudem ein schlichtes, vergoldetes Ornament – eine quadratische Vertiefung mit einem schmalen Schlitz.

Die modern gestaltete Kirchenausstattung harmoniert perfekt mit dem romanischen Kirchenbau. Anders als die Gotik ist die Romanik erdverbunden und massiv. Die Ausgestaltung ist im Vergleich reduziert. Gleiches gilt für das zurückhaltende aber edle Design der Möbel.

Spuren der Entstehungsgeschichten

Noch ein weiterer Aspekt verbindet Kirche und Ausstattung: An beiden ist der Entstehungsprozess ablesbar. Was beim Stampflehm gewollt ist, geschah am Kirchenbau im Laufe der Jahrhunderte.

Bereits im siebten Jahrhundert befand sich an der Stelle der heutigen Kirche eine bedeutende Abtei. Die damalige Klosterkirche wurde bei einem Brand 999 bis auf die Krypta zerstört. 20 Jahre später konnte die neue Kirche geweiht werden. Sie wurde jedoch immer wieder abgetragen, um zu verhindern, dass feindlichen Militärmächte sie missbrauchten.

Der Wiederaufbau erfolgte teilweise notdürftig und hat sichtbare Spuren hinterlassen. Die heutige Kirche besteht aus dem ehemaligen Chor mit Umgang und Apsiden sowie einem Teil des Querschiffs. Doch die Baugeschichte wird ständig fortgeschrieben – was die neue Kirchenausstattung besonders schön beweist.

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Lehm-Besonderheit:

Kunstvoll geformt – aus Stampflehm von CLAYTEC

Die Stampflehmtechnik ist eine der ältesten Herstellungsarten von Lehmwänden. Der Lehm wird lagenweise in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Dadurch entstehen die charakteristischen horizontalen Streifen.

Heute wird Stampflehm – wie in der Kirche Saint Aignan – vorrangig aus gestalterischen Gründen eingesetzt. Durch die Zugabe von unterschiedlichen Tonerden können die Lehmlagen unterschiedlich eingefärbt und die Struktur herausgearbeitet werden.

Die Herstellung wird zum künstlerischen Schaffensprozess. Durch Einsätze in der Schalung kann zusätzlich die Oberfläche dreidimensional gestaltet werden. Abschließend kann die Oberfläche des Stampflehms mit Leinöl oder Bienenwachs versiegelt werden.

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  • Stampflehm
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